Andacht

Gib mir dein Herz!
Sehnt sich nicht jeder im Innern seines Herzens nach den besagten Streicheleinheiten, nach inniger Zuneigung und Verstehen? Wo finden wir in dieser brutalen Welt noch den heimeligen Zufluchtsort, an dem die gehetzte und aufgescheuchte Seele zur Ruhe kommt? »Gib mir ... dein Herz!« (Sprüche 23,26). So bittet Gott. Gib es mir, damit ich es heile von all den zermürbenden Dingen und Gedanken, die dich im Moment zugrunde richten wollen.
An wen haben wir unser Herz eigentlich abgegeben? Von woher erwarten wir mit Recht die Erfüllung unserer geheimen Sehnsüchte? Von Freunden oder nahestehenden Bekannten? Von denen, die uns am allerliebsten sind? Oder vom sicheren Wohlstand, der uns einige Jahre Beschaulichkeit beschert? Wer erwartet schon Gutes von der Welt? Sie hält schließlich selbst die Brocken in der Hand. Wer dem großen, allmächtigen HERRN sein Herz schenkt, dem eröffnen sich völlig neue Perspektiven. Der sieht diese Welt mit all dem Klamauk in einem anderen Licht. Der sieht klar! Was früher furchterregend und respektein-flößend vor ihm stand, verkümmert angesichts göttlicher Realität zu letzter Jämmerlichkeit.
Wem gehört mein Herz? Wohin habe ich es abkommandiert? Unter die Pranke eines wütenden Menschen? Oder unter die liebenden Hände dessen, der mich mit göttlichem Leben ausfüllt, der mich befähigt, dem zu dienen, der Himmel und Erde gemacht hat? Unter die Hand des Herrn, dessen Blut für mich am Kreuz auf Golgatha geflossen ist, dessen ewige Liebe mir gilt? Ach, wie erlöst atmeten wir auf, wenn wir unser Herz dem in die Hände gäben, der nur Gedanken des Friedens mit uns hat. Dann bekäme auch das uns oft beherrschende, geschäftige Leben plötzlich ein völlig anderes Gewicht. Dann würden Sorgen und Nöte, die uns jetzt wie Granitsteine trotzen, zerbröseln, wenn der heilige Gott sie anbliese. Dann würden all die kleinen und großen Dinge des Lebens zur Räson gerufen. Kuschen müssten sie. Er hat das Kommando!
Bei Flugreisen ist man immer froh, wenn man seine Papiere und Reisetickets sicher im Handgepäck verstaut hat. Ich bin so froh, dass wir auch das Handgepäck unseres Lebens in sichere Hände geben dürfen. Wollen wir es neu lernen, ihm, unserem großen Gott, auch die letzten Habseligkeiten unseres Lebens anzuvertrauen. Die Dinge, über die wir noch gern selbst bestimmen möchten, die wir nicht aus der Hand geben wollen. Vielleicht sind wir deshalb für Gott belegt, weil wir die Hände für neue Segnungen nicht frei haben. Weil unser unruhiges Herz sich an dem leidigen Handgepäck zugrunde richtet.
Gib mir ... dein Herz, bittet der Herr Jesus. Von hier aus sind alle Ausgänge des Lebens, sagt die Bibel. Wenn er unser Herz in den Griff bekommt, hat er auch die Fäden zu all unseren Aktivitäten in der Hand. Auf einmal spüren wir, wie leicht sich unsere Schritte bewegen, wie sicher wir unsere Füße setzten. »Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.« Spätestens dann entdecken wir, dass Gott sich mit unserem Herzen liebevoll verbunden hat. Was für eine Entdeckung!

 

Manfred Paul