Andacht

Gott spricht das letzte Wort!
Volk Gottes — gefangen und weggeführt nach Babylon. Und dann kam
der ersehnte Tag, an dem einige die Rückkehr nach Jerusalem erlebten.
Doch was sie vorfanden, war niederschmetternd. Verwüstetes
Heiligtum. Niedergewalzte Äcker und Gärten. Und wie hatte man sich
auf den Neubeginn gefreut! Endlich zu Hause sein! Aber nun sah alles
so anders aus.
Ja, es gibt auch Zeiten, in denen wir nur Schutt und Asche vor uns
sehen. Wo nur Steine und Felsbrocken auf dem Acker der Berufung
Gottes liegen. Da gibt es Schwierigkeiten, die uns das Leben schwer
machen. Wie schnell resignieren wir dann und sehen nur noch unsere
Probleme. Aber genau in diese Situation hinein ruft dir der HERR ein
Mut machendes Wort zu: »Die mit Tränen säen, werden mit Freuden
ernten« (Psalm 126,5). Kennst du schon das »Obwohl« des Glaubens?
Obwohl alles anders als rosig aussieht ..., obwohl gar nichts auf einen
Erfolg schließen lässt ..., dürfen wir die Saat des Glaubens, wenn auch
unter Tränen, in die Ackerfurchen Gottes legen. Du darfst damit rechnen,
dass die Saat aufgeht. Die Herrlichkeit des HERRN ist jederzeit
erfahrbar. Du darfst sie erleben. Er will sich dir offenbaren. Es ist etwas
so Frohmachendes in dieser Aussage des obengenannten Bibelwortes,
dass die Glaubenssaat der Zuversicht göttliche Keimkraft besitzt und alle
harten und trockenen Erdschollen durchbricht.
Nur nicht die Aussaat unterlassen! Nicht entmutigt die Flinte ins
Korn werfen, auch dann nicht, wenn der HERR uns in Glaubens-
spannungen erprobt. Braucht es nicht schließlich Zeit, damit die Saat
aufgehen kann? Der Gärtner wirft die Saat doch nicht weg, sondern
streut sie mit Hoffnung in die Erde und wartet und erwartet. Wie viele
Gründe liefert uns der Teufel, um uns vom Säen abzuhalten. Da ist das
heillose Durcheinander in vielen Gemeinden, Streit und Trennungen
unter vielen Christen. Da sind Unnüchternheit, Verworrenheit, geistliche
Flachheit, Eigenliebe und Genusssucht. Es ist erschütternd, wie viele
Christen ihre kostbare Zeit dem Moloch Fernsehen opfern. Eltern und
Großeltern sehen oft unter Tränen, wie ihre Kinder und Enkel, die
einmal mit dem Herrn Jesus gegangen sind, vom Sog der Welt erfasst
wurden. Es scheint, als wären alle Gebete umsonst.
Säe weiter! Du wirst erfahren, dass die Saat des Glaubens aufgeht! Auch
wenn wir unsere Augen oft mit Tränen gefüllt haben, dürfen wir dennoch
mitten in Sturm und Wind die Saat des Glaubens ausstreuen. Es bleibt
dabei: »Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.«

 

Manfred Paul