Andacht

Klammere dich fest!
Lebens-Chaos. Er überschaut Kurven, blickt durch Dickicht und Mauern. In weiser Vorausschau wägt er unsere Wege ab. Warum also auf eigene Faust etwas riskieren? Warum selbst die Hand ans Steuer legen? Doch verzage nicht, wenn Gottes Eingreifen auf sich warten lässt. Er hat die Qualität der Zeit mit einkalkuliert. Seine Verheißung steht fest: Ich werde nicht zu spät kommen!
Noch eins: Die Welt ist ohne Rat. Ihre Konzeptlosigkeit ruft unser Mitleid hervor. Die Völker der Welt brauchen Jesus! Wir werden in den nächsten Jahren ein totales Chaos in Familien und Ehen erleben. Warum? Weil die Menschen an ihrer Hilflosigkeit zerbrechen. Nein, wir wollen unsere Hoffnung nicht auf Ehre, Macht, Geld und Gesundheit setzen. Das alles ist nichts ohne den HERRN. Wir wollen der Welt vorleben, was es heißt, Rat und Hilfe von dem zu empfangen, dessen kostbares Blut für uns am Kreuz geflossen ist.
Was immer im Moment deine Seele bedrängen mag, du darfst wissen: Sein ist Rat und Hilfe! Mögen die Schwierigkeiten zunehmen, und die Wolken der Zukunft immer undurchdringlicher werden, sein kostbarer Rat ist uns sicher. Seine Hilfe zögert nicht. Sobald es in seinem Plan ist, wird er dir helfen, dir wohl tun. Sei darum unverzagt. Lass den Missmut fallen und reiße die dunklen Vorhänge vor den Fenstern deines Un-glaubens herunter, damit die Sonne seiner Hilfe durchbricht.
»Unter dir sind ewige Arme!« (5. Mose 33,27). Wer kennt nicht die Augenblicke, in denen der Boden unter den Füßen zu schwinden beginnt? Die entsetzlichen Bilder plötzlicher Katastrophen stehen uns immer wieder vor Augen. Eine Geschichte hat mich sehr beeindruckt: Da waren zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen. Sie wollten einen schmalen Gang durch einen Tunnel passieren. Doch dann geschah das Entsetzliche. In unmittelbarer Nähe raste ein Zug auf die beiden Kinder
zu. Voller Entsetzen riss das ältere Mädchen den kleinen Bruder an sich und schob ihn eilig in eine ausgehauene Felsspalte. Es konnte sich gerade noch ganz dicht neben den kleinen Bruder zwängen — während der Zug mit ohrenbetäubendem Tosen an ihnen vorüberraste. Geistesgegenwärtig schrie es seinem kleinen Bruder immer wieder ins Ohr: »Klammere dich an den Felsen, Johannes. Klammere dich an den Felsen, Johannes!«
Wie viel Stürme sind dir schon im Leben begegnet? Ob du dann auch immer daran gedacht hast, dich ganz fest an den Felsen, der Jesus heißt, zu klammern? Nur dann wird dein unruhiges Herz still, wenn du den Pulsschlag seines Herzens hörst. Es gibt keinen sicheren Platz, als sich an den Felsen der Rettung zu klammern. In Jesu Wunden haben wir, wie die Kinder in der Felsspalte, sichere Zuflucht. Was auch an Zweifeln und Unruhe dein Inneres in Kummer, Angst und Schrecken versetzen will, der heranbrausende Zug der Vernichtung wird dich nicht erreichen, wenn du deine Rettung in Jesus, dem Felsen, suchst. Ich habe noch niemanden getroffen, der es ganz mit Jesus wagte und dann am Ende enttäuscht wurde. Im Gegenteil! Wer dem Herrn Jesus vertraut, der ist in Sicherheit! Was auch die Zukunft bringt: Klammere dich fest an deinen HERRN!
Nein, die Welt kommt nicht zur Ruhe. Es brodelt und tobt an allen Ecken. Wer wagt es noch, großmäulig mit seiner Standhaftigkeit und Stärke zu prahlen, wenn er um die Gefahren der Verführung durch Satan und die eigene Selbstüberschätzung weiß? Wir kommen nur ans Ziel, wenn wir uns in Gottes Liebe bergen und uns von seiner Gnade gehalten wissen. Gottes Erlöste sind mit einer zweifachen Sicherung umgeben. Der Herr Jesus sagt: Niemand wird sie aus meiner Hand reißen — ich und der Vater sind eins.
Die Zeit ist danach, dass überall gerissen und gezerrt wird. Da sind Zweifel an Gottes Führung, Angst um die Zukunft, Not in Ehen und Familien, Mangel an Glauben, Weltliebe, Bitterkeit und Schuld, die nicht vor das Angesicht Gottes gebracht wurden. Und all dies zerrt und rüttelt am Glaubensgefüge. Wenn auch die Katastrophen wie Schnell-züge auf uns zurasen und wir um unser Leben bangen, dann wird deutlich, wie wunderbar sicher wir an der Seite unseres HERRN ruhen dürfen. Klammere dich an den Herrn Jesus!

Manfred Paul