Andacht

Komm!
beschenkt! Wie tief wäre dann unser Friede! Wie stark unsere Kraft! Wie
geduldig unser Herz. Wie fruchtbar unser Leben für den Herrn. Suche daher
die Stille. Dein HERR hat dir vielleicht heute etwas ganz Besonderes zu
sagen.
»Jeder Tag hat an seinem Übel genug!« So hat der Herr Jesus einmal
seinen Jüngern gesagt. Und wir bestätigen das nur zu gern. Gerade
deswegen brauchen wir täglich neue Kraft, neuen Trost, neue Hilfe und
seinen göttlichen Beistand von oben. Wie viel Herzeleid berührt oft
unsere Wegstrecke. Mit wie vielen Nöten müssen wir uns täglich
auseinander setzen. Wohl dem, der einen Retter hat! Wohl dem, der auch
unter Tränen nicht von dem lässt, der wunderbar retten und trösten kann.
Frage: Hast du den Herrn Jesus lieb? Dann darfst du im Glaubenskampf
weder mutlos noch verzagt werden. Es gilt, zur Ehre des HERRN zu
siegen!
Damals war der Herr Jesus auf einem Berg, um zu beten. Die Jünger
waren im Boot, und Sturm kam auf. Merkwürdig, er betete, während sie
mitten auf dem See mit den Wellen und dem Sturm kämpften. Ach,
lernten wir es doch, dass die Hände Jesu für seine Freunde vor Gottes
Gnadenthron erhoben sind und dass er, der Hohepriester, auch für dich
betet. Ist es nicht ein glaubensstärkendes Geheimnis? Wir verstehen oft
nicht, warum der HERR dies und jenes zugelassen hat. Sehr oft winden
wir uns in der Hand des HERRN, und unser Inneres ist voller Grimm und
Kummer. Ach, dass wir doch gerade in solchen Situationen den HERRN
nicht mit einem Gespenst verwechselten! Er ist es doch! Und darum
darfst du mit Petrus sagen: »HERR, befiehl mir, zu dir zu kommen!«
(Matthäus 14,28).
Vielleicht stehst du im Moment vor einem Meer von Schwierigkeiten.
»HERR, befiehl mir, zu dir aufs Wasser zu kommen!« Vielleicht sind
deine Nöte anscheinend ohne jeden Ausweg. »HERR, befiehl mir, zu dir
auf Wasser zu kommen!« Wenn du aufrichtig danach suchst, wirst du
Jesu liebevolle Stimme hören: Komm! Und Petrus ging. Er stieg über
die Bretterwand. Er verließ seinen wackeligen Kahn. Er blickte nicht
auf das Grauenvolle unter ihm. Er sah auf seinen HERRN. Doch in dem
Augenblick, als er sich von dem Ungeheueren unter ihm beeindrucken
ließ, versank er in den Fluten. Doch er war nahe beim HERRN und rief:
»HERR, rette mich!« Und der HERR hat ihn gerettet. Er hat geholfen,
und er wird es auch bei dir tun. Nur glauben musst du es. Und zwar
jetzt!
Der Herr Jesus hat deine Tage abgemessen. Keine Last wird dich zu
Boden zwingen, wenn du ihm vertraust. Nicht großen Glauben brauchen
wir, sondern Glauben an einen großen Gott. Es nützt gar nichts, in Gefahr
angstvoll und aufgeregt zu sein, das lähmt unsere Gedanken. Man muss
seine Last auf den HERRN abwälzen. Schwierigkeiten sind der Boden, auf
dem Gott sich offenbaren kann. Die dunkelsten Stunden sind immer vor
Tagesanbruch.

 

Manfred Paul