Andacht

Ist denn das mögliche
Die Zeit rast dahin. Wer weiß, was morgen wird? Keiner? Doch, unser HERR! Es läuft alles nach Plan. Dass diese Welt sich seit eh und je verrechnet hat, liegt klar auf der Hand. Kaum hat es eine Zeit gegeben, in der unsere Politiker so zaghaft und unsicher waren, Entscheidungen
zu treffen, wie heute. Wofür sollen sie sich auch entscheiden? Die Bibel sagt mit Recht: Die Welt ist ratlos.
Und wir? Jetzt die Koffer packen? Sich verkriechen? Abwarten und Tee trinken? Sich vom Geplärre des Goliaths einschüchtern lassen? Wir denken nicht daran! Jetzt ist die Stunde der Gläubigen gekommen. Jetzt ist die Stunde, von der unsere Glaubensväter immer geredet haben. Jetzt heißt es aufwachen, sich fertig machen, marschbereit sein. Unser HERR kommt! Ob wir noch durch Pulverdampf hindurch müssen, ob Feindschaften und Verfolgungen auf uns warten? Eins ist sicher, wir müssen hindurch. Und wir werden es schaffen; denn unser HERR geht voran. Nirgends ist man sicherer als an seiner Seite.
Als damals das Wutgebrüll Goliaths die Tapferen Israels zum zittern brachte, verkrochen sie sich in Höhlen und Büsche. Die Knie schlotterten und die Herzen bibberten wie ein Lämmerschwanz. Nur nicht hinhören, dachte Saul, sich nur nicht provozieren lassen. Bloß jeder Konfrontation aus dem Wege gehen. Doch dann kam David. Sein Weg kam aus der Stille, und er ließ Saul wissen: »Seinetwegen verliere keiner den Mut!« (1. Samuel 17,32).
Bist du im Moment etwa auch entmutigt? Bist du hängen geblieben? Hast den Kopf eingezogen und den HERRN aus dem Auge verloren? Hast du dich feige verkrochen, als es darum ging, sich zu Jesus zu bekennen? Ich weiß, wir können nur mutig sein, wenn wir unsere Herzen vor dem HERRN gereinigt haben. Je klarer unser Verhältnis zu ihm ist, desto unerschrockener unser Bekenntnis vor den Menschen. Je mehr uns aber Medien, Mammon und Weltgeist bestimmen, desto feiger und anfälliger sind wir, dem Feind zu widerstehen. Es heißt aufwachen! Jetzt! Die regungslos liegen bleiben, sind geistlich tot. Steh mutig auf! Wehe den Mitläufern! Sie haben sich um den Preis ihrer Seele geirrt. Aber wie wird der Herr Jesus uns finden, wenn er kommt? Hoffentlich bei der Arbeit. Hoffentlich hellwach und betend im Einsatz. Das ist die beste Medizin für die heimtückische Schlafkrankheit der Gläubigen in den letzten Tagen.
Weil die afrikanischen Christen kein Gemeindehaus zum Beten hatten, versammelten sie sich irgendwo im Dschungel. Aus verschiede-nen Richtungen führten bald die Trampelpfade zueinander. Daran konnte man erkennen, wie ernst man es mit dem Gebet nahm.
Wenn ein Gläubiger die erste Liebe und die Begeisterung für den
Herrn Jesus verloren hatte, ermahnten die anderen Gläubigen ihn mit den Worten: »Bruder, das Gras wächst auf deinem Weg. Lass nicht zu, dass dein Trampelpfad zuwächst!«

 

Manfred Paul