Andacht

Gott behält die übersicht!

Da fingert ein Geschäftsmann nervös und sichtlich erschrocken in den Blättern seiner Geschäftsbilanz und starrt auf die »roten« Zahlen: Schulden! Und plötzlich empfindet er nie gekannte, maßlose Hilflosig-keit, weil er sich nun eingestehen muss, dass er in seinem Geschäft total die Übersicht verloren hat. Nein, er schaut nicht mehr durch das Zahlengewirr hindurch.Solche Augenblicke der Hilflosigkeit sind uns im geistlichen Leben auch bekannt. Was kann da alles an Befürchtungen zum Vorschein kommen, wenn wir einmal geistlich zu ermatten drohen. Wenn sich in uns, durch vielerlei Anlässe, das Gefühl der inneren Vernichtung breit macht. Wer kennt das nicht? Da steigen angstvolle Gedanken wie auf Spruchbändern vor unserem inneren Auge auf: Was wird mit meinem Arbeitsplatz? Was mit meiner Familie? Was mit der Einsamkeit im Alter? Was, wenn Krankheit droht und man von den Stürmen des Lebens durcheinandergerüttelt wird? Es ist dann schnell mit der kühlen Gelassenheit vorbei, der wir uns oft rühmen. Doch mitten hinein in solche Überlegungen dürfen wir uns an jenes tröstende Wort aus der wunderbaren Schatzkammer Davids erinnern: »Als mein Geist in mir ermattete, da kanntest du meinen Pfad!« (Psalm 142,4).Wenn dein Inneres in Ängsten ist, so hat doch dein HERR für dich die Übersicht behalten. Wenn sich Schwachheit deiner bemächtigt und dir das Steuerruder aus der Hand geschlagen wird, so kennt doch dein HERR den dir vorgezeichneten Pfad deines Lebens. Es ist wunderbar zu wissen, dass ein Mann wie David auch diese Tiefen durchlebte. Dass auch er in seiner inneren Not zu seinem HERRN geschrien hat und dann diese herrliche Erfahrung mit seinem Gott machen durfte! Nein, da kommt es eben nicht zu der erwarteten Katastrophe! Dein HERR hält Wache! Du darfst unbesorgt sein. Nein, du verpasst nichts. Du versäumst nichts. Im Gegenteil! Du darfst ganz still und getrost auf dem geistlichen Nebengleis obengenannte Erfahrungen machen. Unser HERR kennt für die Seinen eben kein Abstellgleis!Und deswegen darfst du auch die kleinen und großen Dinge des Alltags ihm überlassen. Er wird alles für dich vollenden, so dass du schließlich sagen kannst: Du, HERR, hast mir geholfen und mich getröstet! Es bleibt dabei: Dein Gott behält die Übersicht, auch wenn die Nebelwand vor deinen Blicken nicht weichen will. Du bist in sicherer Hand! Vertraue ihm nur. Es wird alles gut!

Manfred Paul