Andacht

Niedergeschlagen?
»Stehe aufl Warum liegst du denn auf deinem Angesicht?« (Josua 7,10). Josua war entsetzt. Mit Siegeserwartung zog Israel gegen die Stadt Ai. Sie hatten sich Erfolg ausgerechnet. Doch alles kam anders. Ge-schlagen kamen sie zurück. Und dabei hatte doch alles so wunderbar begonnen. Das Wunder der Jordanüberquerung! Das Wunder der Jerichoeinnahme! Warum sollte Gott jetzt nicht auch auf ihrer Seite sein?
Der Sieg Jesu ist jedoch an Bedingungen geknüpft. Das kleine unpopuläre Wort heißt: Gehorsam. Damals brachte Achan das Volk Israel ins Unglück, weil er vom Verbannten nahm. Das Geld war sein Problem. Der Mammon seine Falle. Und jetzt die Frage: Warum bist du so niedergeschlagen? Warum so missmutig? Liegt es etwa an mir, dass du nicht im Sieg lebst? Waren nicht Bedingungen zu erfüllen?
Siege werden nicht »herbeigedacht«, sondern »herbeigehorcht«. Ach, das doch unser oft so eigensinniges Herz das kleine Wort »Gehorsam« lernen würde. Ungehorsam lohnt nicht. In keinem Fall. Das sagt uns die Bibel. Durch Ungehorsam kam die Sünde in die Welt. Doch durch Jesu Gehorsam am Kreuz wurde uns der Sieg gegeben! Wenn Niederlagen uns
bedrücken, sollten wir nicht Gott die Schuld geben. Als ob er nicht darüber traurig wäre, dass eines seiner Kinder in arger Bedrängnis lebte.
Lass uns zu einem freudigen Ja des Gehorsams finden. Was nützt alle Erkenntnis des Willens Gottes, wenn man nicht bereit ist, ihn durch Gehorsam praktisch werden zu lassen? Wer Sieg haben will, sollte nicht fragen: Wozu das alles, HERR? Warum gerade dieser Weg, HERR, der doch so wenig Erfolgsaussichten verspricht? Wir wollen unsere Nachfolge nicht von »Erfolgsaussichten« abhängig machen. Auch Mutlosigkeiten sollten uns nicht verschlingen. Wenn du Vergebung empfangen hast, dann stehe wieder auf! Die Angelegenheit, die dich niederdrückte, ist doch göttlich geregelt.

Manfred Paul