Andacht

Nur kein Rückzug!
Von jeher war's so: Kampf zwischen Licht und Finsternis. Und wir
stehen mittendrin! Kein Tag vergeht ohne Anfechtung! Hörst du die
immer näher rückende Front endzeitlicher Auseinandersetzungen mit
ihrem dämonischen Waffengeklirr? Der Bibelkundige weiß: Es ist die
letzte Stunde! Sind wir gerüstet? Wie schnell rutscht bei diesem Gedanken
vielen das Herz regelrecht in die Hose, und ein Gefühl, das wir
Angst nennen, macht sich breit. Aber dein HERR sagt dir in göttlicher
Autorität: »Habe keine Angst!« (Jesaja 41,10). Begründung? Dein Gott
ist mit dir! Das reicht! Wenn er handelt, wird auch die mieseste Situation
zum Triumph. Rückzug? Bei Gott nicht! Er hat noch nie eine Schlacht
verloren. Er schreitet von Sieg zu Sieg. Und seine Getreuen sind mit ihm!
Nur keine Angst!
Aber woher kommt es, dass du dennoch Angst hast? Du kannst dir ja die
Angst nicht einfach wegreden! Der bissige Köter tausendfacher
Befürchtungen kläfft schließlich unbeeindruckt weiter und belagert deine
Sinne derart, dass du oft keinen klaren Gedanken zustande bringst. Und die
Welt draußen? Die Dreistigkeit und Frechheit, mit der heute wider einen
heiligen Gott aufgetrumpft wird, erschlägt dich geradezu. Und du stöhnst
mit Recht darüber, dass die Menschen so hartherzig und böse sind. Ach, wie
gern hättest du in bestimmten Situationen etwas mehr von der
Raubeinigkeit deiner Widersacher. Dir fehlt das »dicke Fell«!
Doch wer lange genug mit dem Herrn Jesus unterwegs ist, dessen
Inneres wird sensibel, dessen Wesen wird verändert. Da wird etwas von der
Zartheit und Liebenswürdigkeit des HERRN sichtbar. Wenigstens sollte es
so sein! Umgang prägt schließlich! Wer mit seinem HERRN
geht, kann nicht mehr Gleiches mit Gleichem vergelten. Dagegen macht
der Pakt mit der Sünde knallhart. Die Geschichte Kains, der seinen
Bruder Abel erschlagen hat, beweist das. Wie verständlich, wenn Asaf
geradezu zärtlich seinen Gott bittet: »Gib nicht den Raubtieren hin die
Seele deiner Turteltaube!« (Psalm 74,19). Unsere Seele ist wie ein
zahmes Täubchen, dessen Gurren oft mit der schluchzenden Klage eines
Menschen verglichen wird.
Unsere Ängstlichkeit kommt oft daher, weil wir genau wissen: Mit
unseren eigenen Mitteln haben wir keine Chance. Darum beschleicht uns
das Gefühl der Ohnmacht. Nein, wir wollen es in diesem Fall auch nicht
mit dem Jünger Petrus halten und mit dem Schwert reinhauen. Das
Aufflammen der gereizten Gefühle ist nichts anderes als Schwäche. Es
führt zu nichts Gutem! Hüte dich daher, dein Geschick selbst, ohne den
HERRN, in die Hand zu nehmen. Vertraue dich viel lieber dem an, der
dem Löwen den Rachen verstopft. Rechne mit dem, der im heißesten
Hochofen leidvoller Angriffe mittendrin ist. Schenke dem kindlich und von
Herzen dein Vertrauen, der die stärksten Orkane zum Kuschen bringt und
die Knie der Feinde schlottern lässt!
Wer nur menschlich positiv denken will, der gleicht dem blinden Huhn,
das auch einmal ein Korn findet. Es sei ihm gegönnt! Bei Gott ist das
völlig anders. Bei ihm gibt's nur Volltreffer, denn seine Verheißungen sind
Wahrheit. Allesamt!



Manfred Paul